Was ist da, wo etwas nicht ist?
on Oktober 18th, 2010Ein in meinen Augen großer deutscher Denker, Satiriker, Dichter, hat sich ein mal mit einem schweren Problem beschäftigt. Einem sehr schweren Problem. Einem Problem, das man sowohl physikalisch als auch metaphysisch, philosophisch oder auch politisch verstehen kann, angehen kann oder auch lösen kann. Nämlich:
Das Problem was ist, wo etwas nicht ist. Ob es Löcher in Löchern gibt. Was der Rand eines Loches ist.
Kurz:
Er beschäftigte sich mit der soziologischen Philosophie der Löcher. Na gut er beschäftigte sich auch mit der weltbewegenden Frage, wo denn die Löcher im Käse herkommen, aber auch da gilt das Gleiche, denn dann sind die Löcher ja schon da, also ist im Käse etwas nicht da, sonst würde sich die Frage ja nicht stellen können.
Nun mag es, gedankenlose, Menschen geben, die sich Fragen stellen, was das soll, aus welchem Loch einer gekrochen kam, der sich mit so was beschäftigt, und dass der umgehend für ein solches gedanken-wirrwaren ins Loch gesteckt gehört. Und sind genau da, wo er schon war, beim Loch, und zwar an sich sowohl als auch überhaupt.
Denn es ist wirklich nicht einfach, diese Fragen zum Loch zu beantworten. obwohl es durchaus versucht wird. Einst versucht es hier eine, die wo über das verflixte Loch im Glas daran gekommen ist. Aber die hatte dann zu viel aus dem einen, am Glas, in das Andere, oben, geschüttet und ist daher nicht mehr in der Lage sich zu artikulieren.
Man kann es auch Lesen, geht auch.
Aber man muss gründlich darüber Nachdenken. Denn die Frage nach dem Loch beinhaltet doch, etwas versteckt zwar, aber trotzdem, auch die Frage nach dem Leben der Katze von Herrn Schrödinger. Und das ist ein Frage, deren Beantwortung quantenmechanisch das Chaos begreiflich machen soll, rein chaostheoretisch gesehen wenigstens. Und das Loch ist also danach nichts weiter, als Chaos in der Ordnung der Materie, oder Ordnung durch das partielle Fehlen von Materie? oder nicht da? Aber dann stellt sich unausweichlich die auch von diesem Juristen schon gestellte Frage, warum denn etwas, was nicht da ist, wo sonst etwas ist, an einer ganz kleinen Stelle nicht da ist, dann das Ganze an sich wertlos machen soll. Wie beim Luftballon oder der Jungfrau, nur um Beispiele zu nennen.

Der Mann mit den psychologisch-soziologischen Löchern
By Sonja Thomassen (Sonja Thomassen) [Public domain], via Wikimedia Commons
Auf die Steigerung der Verwirrung, dass das größte aller Löcher ein schwarzes Loch ist, und da, wo das ist, so viel nicht ist, dass es alles was ist sich einverleiben will, will ich hier gar nicht eingehen. Und nur um das klar zu stellen, das war eben nicht politisch! Auch nicht, wenn man, den Astrophysikern Glauben schenkend, voraussetzt, dass wegen seiner schweren und einnehmenden Natur das größte aller Löcher winzig klein sein muss.
Vielleicht kennt ja der Eine oder der Andere diesen kleinen dicken Herren, der welcher dereinst auch Schöppchentrinkend durch Spessart und Frankenland wanderte, da wo der Wein möpselte.
wolle mer a mol gugge, obs oaner waas?



Also wenn ich das richtig verstehe, ist dort, wo nichts ist, auch niemals was gewesen? Oder doch, und es ist nun weg, weil ja dort nichts ist?!
Schon ein wenig verwirrend, wenn man es genauer betrachtet.
Ich bin dann auch mal wieder weg. Aber ich war da, immerhin!
Sehr geehrtes Manni,
das, genau das, ist eine der vielen Fragen, die welche dieses Problem aufwirft.
Ist nun da, wo nun nichts ist, vorher etwas gewesen, oder ist die Absenz von etwas an dieser Stelle ein Dauerzustand? Und wenn das der Fall ist, wo war denn dann das Loch, als es in all der Materie noch nicht erkennbar war, wie in den Beispielen Luftballon und Jungfrau? Lauerte es da sozusagen schon systemimmanent innerhalb der Materie, die ja, wie uns die Atomphysik lehrt, zum weit überwiegenden Teil aus Zwischenraum besteht. Und nahm dann das in der Materie lauernde Loch den gleichen Raum ein, wie dieser Zwischenraum, oder einen anderen, und wenn ja welchen???
Und wo ist plötzlich die Materie, die an der Stelle war, an der jetzt das Loch ist. Die dort quasi als Platzhalter für das immanente Loch ausharrte, bis Letzteres sein Comming Out hatte?
Wie man sieht, muss man das genauer betrachten, um nicht in Irrungen und Wirrungen zu verharren, oder in solche zu verfallen, obwohl der Herr Fontane dabei die Lochwerdung und damit Wandlung an sich nicht beschreibt!
Und sollte diese Abschweifung in das Jahr 1888 nun als ein Loch in der Argumentationskette erscheinen, so ist es schon wieder da, mit all seien psychologischen und soziologischen Verwicklungen, die welche schon die in dem Link im Artikel Rezitierende wegen eines solchen im Glase in die Verwirrung getrieben hat!
Also, nach dem es nach wie vor niemand gewagt hat, warum auch immer, die beiden Fragen, also ein mal: was ist da wo etwas nicht und, und ein mal: Wer war´s?, zu beantworten, muss ich es halt selbst tun:
Da, wo etwas nicht ist, ist ein Loch, eine Tatsache, die nicht nur psychologische sondern auch soziologische Fragen auf und gar manche Theorie, die ein solches hat, über den Haufen wirft.
Und wer es war?
Natürlich Herr Kurt Tucholsky, auch bekannt als Theobald Tiger, Peter Panther, Kaspar Hauser und Ignaz Wrobel.
Freigeist auf der Bühne der Welt, oder der Weltbühne?
Einer Bühne auf jeden Fall, die er virtuos bediente, auch wenn er sie nicht als „Oberschriftleitungsherausgeber“ führen wollte.
Im Mitwinter 1935 verliess er diese Welt, diese Bühne, und wie es sich für ihn gehörte streiten sich die Gelehrten noch heute darum, ob das bewusst freiwillig oder mehr aus Versehen geschah.
Seine Asche ruht unter einer Eiche am Schloss Gripsholm, einem Bauwerk, dem er in einem seiner Romane ein Denkmal gesetzt hatte. Das ist gleichzeitig der einzige Roman, den ich kenne, der einem Autokennzeichen gewidmet ist („Für IA 47 407“).
Wen wundert es bei ihm eigentlich, dass sein dort befindlicher Grabspruch aus einer seiner eigenen Federn stammt:
“Hier ruht ein goldenes Herz und eine eiserne Schnauze – Gute Nacht –”
Aus: Ignaz Wrobel: Requiem. In: Die Weltbühne, 21. Juni 1923, S. 732